
Terrarium und Einrichtung
1. Das Terrarium
Hier haben wir zwei Möglichkeiten. Entweder ein Kauf oder aber der Selbstbau. Da Holz bessere Isoliereigenschaften als Glas aufweist und das Anbringen von Beleuchtung und Einrichtungsgegenständen hier vereinfacht von statten geht, ist ein Holzterrarium vorzuziehen. Die Fläche des Terrariums richtet sich natürlich nach der Anzahl der darin zu pflegenden Bartagamen. Die Höhe sollte mindestens so gewählt werden, dass mit dem Wärmestrahler der Mindestabstand zum punktuellen „Sonnenplatz“ eingehalten werden kann.Der Leitspruch sollte auf jeden Fall heißen: „Je grösser desto besser!“
Grundsätzlich gilt ein Mindestmaß von LxBXH 5x4x3 –fache der KRL (Kopfrumpflänge) für 1-2 adulte Tiere. Meist wird ein Terrarium von 150x80x80 cm empfohlen. Sollen mehr als zwei Tiere einziehen, muss die Fläche für jedes weitere Tier um 15 % erweitert werden. Die Höhe des Bodengrundes sollte mindestens 15 cm eingebracht werden, also ist zu bedenken das die vordere Blende entsprechend hoch ist. Eine Rückwand mit Etagen in verschiedenen Höhen sollte den Tieren ebenfalls geboten werden.2. Die Einrichtung
Beginnen wir mit dem Boden.Als Bodengrund eignet sich hier, ihrem Lebensraum entsprechend, Sand am besten. Verwendet wird meist Spielsand aus dem Baumarkt dem, um die Grabfähigkeit zu gewährleisten, Lehmpulver beigemengt wird. Bartagamen sind sehr „buddelfreudig“, deshalb sollte der Bodengrund mindesten 15 cm Höhe aufweisen. Sind Mädels hoch trächtig wird ein Bereich auf ca. 20 cm erhöht und für die bevorstehende Eiablage feucht gehalten.Einrichtungsgegenstände sind Geschmackssache von Wurzeln über Kork oder Steine kann alles Verwendung finden. Wichtig ist, dass schwere Gegenstände nicht auf den Bodengrund gestellt werden, da sie sonst untergraben werden und die Tiere darunter zu Tode kommen können.
Der Beleuchtung kommt gerade bei Bartagamen eine wichtige Bedeutung zu. Es handelt sich schließlich um sonnenhungrige und dazu noch wüstenbewohnende Echsen.Zum besseren Verständnis: Was ist Sonnenlicht?
Das Sonnenlicht besteht aus einem Spektrum von Wellenlängen. Wir kennen kurzwellige UV-Strahlung, das sichtbare Licht (man denke an die Regenbogenfarben) und langwellige Infrarot- oder Wärmestrahlung.Wellenlängenbereiche der Spektralfarben (das sichtbare Licht, elektromagnetische Strahlung) sind:
(etwa)Farbton Wellenlänge Wellenfrequenz Energie pro Photon
Violett 380–420 nm 789,5–714,5 THz 3,26–2,955 eV
Blau 420–490 nm 714,5–612,5 THz <2,95–2,535 eV
Grün 490–575 nm 612,5–522,5 THz 2,53–2,165 eV
Gelb 575–585 nm 522,5–513,5 THz 2,16–2,125 eV
Orange 585–650 nm 513,5–462,5 THz 2,12–1,915 eV
Rot 650–750 nm 462,5–400,5 THz 1,91–1,655 eVDas ultraviolette Spektrum umfasst Wellenlängen von 1 nm bis 380 nm ist also kurzwelliger als die noch für den Menschen sichtbare Farbe violett. Daher die Bezeichnung Ultraviolett. Wir unterscheiden im ultravioletten Bereich UV-A, UV-B und UV-C-Strahlung.
Abkürzung Wellenlängenbereich in nm Photonenenergie
UV-A 400−320 nm 3,26−3,94 eV
UV-B 320−280 nm 3,94−4,43 eV
UV-C-FUV 280−200 nm 4,43−6,2 eV
UV-C-VUV 200−100 nm 6,20−12,4 eV
EUV, XUV 100 −1 nm 12,4−1240 eVGut kann man sich vorstellen, dass es uns niemals möglich sein wird natürliches Sonnenlicht zu ersetzen. Allerdings sollten wir es zumindest so gut wie möglich versuchen. Für die Bildung des Vitamin D3 ist nur die UV-B Strahlung, die auch unsere Haut bräunt, verantwortlich. Also benötigen wir für unsere UV-Beleuchtung die Wellenlänge von 320-280 nm. Ein Wärmeplatz wird durch einen punktuellen Wärmestrahler, der in seinem Kegel mindestens 50 Grad erreichen sollte, realisiert. Hier handelt es sich um langwellige Strahlung oberhalb von 750 nm.
Wie setze ich dies nun im Terrarium um?Jeder kennt den Spruch „ Viele Wege führen nach Rom“, dies ist auch hier der Fall.
Pauschal kann hier keine Aussage getroffen werden, da die zu verwende Beleuchtung von der Terrariengröße und Beschaffenheit abhängig ist und die Vielzahl der mittlerweile erwerbbaren Licht- und Wärmequellen verschiedene Lösungswege zulassen. Ich beschreibe hier einmal die Dinge, die ich selbst im Einsatz habe und mit denen ich Erfahrungen sammeln konnte.Tageslicht: Eine ausreichende Ausleuchtung des Terrariums erreiche ich in meinen Terrarien durch T5 Doppelbalken mit 54W.
Wärmeplätze schafft man meist mit einfachen Wärmestrahlern aus dem Baumarkt. Diese sind in verschiedenen Wattstufen zu haben und geben somit auch unterschiedlich viel Wärme ab. Auch hier gibt es jedoch eine andere Möglichkeit (siehe UV Beleuchtung).
UV Beleuchtung: Hier möchte ich zunächst auf die oben angesprochene Möglichkeit des Schaffens eines Wärmeplatzes eingehen. Mittlerweile gibt es diverse Metalldampflampen, welche zum Schaffen von Wärmeplätzen genutzt werden können, gleichzeitig aber auch UV abstrahlen. Die hier wohl bekannteste ist die Sun Bright. Von diversen UV „Röhren“ sollte abgesehen werden, da diese ihre UV-Wirkung nach einem Abstand von 30 cm verlieren und somit in den meisten Terrarien keine ausreichende UV Versorgung gewährleistet werden kann. Als Alternative ist hier noch die Osram Vitalux zu nennen, mit dieser werden die Tiere bei einem Mindestabstand von ca. 80-100cm einmal täglich 30 Minuten bestrahlt.
Temperaturen und Luftfeuchtigkeit
Die Temperatur im Terrarium ist mit das wichtigste in der Haltung von Reptilien.
Da Bartagamen zu den wechselwarmen Tieren gehören, regulieren sie ihre Körpertemperatur mit Hilfe der Außentemperatur. Man unterscheidet die Aktivitäts- und die Vorzugstemperatur. Die Aktivitätstemperatur ist die, bei welcher die Tiere grundsätzlich "aktiv" sind, während die Vorzugstemperatur die Temperatur darstellt, welche bei guten Bedingungen als Körpertemperatur feststellbar ist.
Daraus läst sich schließen: Hat die Bartagame grundsätzlich zu "hohe" Temperaturen erleidet sie den "Hitzetot", hat sie jedoch "zu niedrige", leidet sich durchgehend schlichtweg unter einer Unterkühlung welche ebenfalls zum Tode führen kann.
Die Grundtemperatur des Terrariums sollte daher bei ca. 30° liegen, während den Bartagamen unter den oben ganannten eingerichteten Wärmeplätzen Temperaturzonen von ca. 45°-50° geboten werden müssen. Auch "kühlere" Schattenplätze mit ca. 25° sollten den Tieren als "Abkühlmöglichkeit" geschaffen werden.
Die Luftfeuchtigkeit sollte bei ca. 30-40% liegen. Dies gelingt meist schon durch z.B. platzieren des Wasserbeckens in der Nähe der Wärmequelle. Auch ein gelegentliches Sprühen oder anfeuchten des Sandes kann hier Abhilfe schaffen.