Wonderful Dragons
Start  Über uns  Eigene Tiere  Haltung  Gästebuch

Verhalten


Oftmals wird das Verhalten von Bartagamen wegen Unwissenheit falsch gedeutet, um dies zu vermeiden werde ich auf die verschiedenen Verhaltensmuster eingehen und diese erläutern.


Erkunden:

Bartagamen lecken Dinge und Artgenossen an (Züngeln), um diese zu erkunden. Während dieses Vorgangs haften Duftstoffe an der Zunge der Tiere, diese werden zu dem sogenannten Jacobsonschen Organ weitergeleitet und dann dort verarbeitet.

Thermoregulation:

Bartagamen sind wechselwarme Tiere (siehe auch Terrarium und Einrichtung -> Abschnitt Temperaturen und Luftfeuchtigkeit), sie regulieren ihre Körpertemperatur anders als wir Menschen anhand der Außentemperatur.
Bartagamen haben die Fähigkeit, ihre Körperfarbe abzudunkeln, den Körper abzuflachen und somit die Fläche zu vergrößern. Dadurch wird mehr Wärme des auf den Körper aufprallenen Lichtes absorbiert.
Besonders gut ist dies in den frühen Morgenstunden zu beobachten. Meist setzen die Tiere sich in Bewegung, sobald die Wärmespots damit beginnen ihre Arbeit zu verrichten. Die Nacht war kalt, die Tiere müssen sich vorerst aufwärmen, damit alle nötigen Körperfunktionen einwandfrei ablaufen können.
Was aber nun wenn es dem Tier zu warm wird?
Ist ihnen zu warm, kommt es trotzdem vor, dass sie den Lichtkegel des Wärmespots nicht verlassen wollen. In solch einem Moment ist zu beobachten, das die Tiere ihr Maul öffnen, dadurch verdunstet die sich auf der Schleimhaut befindliche Feuchtigkeit und diese "kühlt ab". Bei extremer Überhitzung ist ausserdem eine Art des "hechelns" erkennbar.

Winken:

Diese Verhaltensweise ist wahrscheinlich die, die am häufigsten zu beobachten ist.
Durch das "Winken" drückt eine Bartagame "Demut" aus. Das Tier hebt das Vorderbein und führt eine Kreisbewegung mit diesem aus. Dies dient der Beschwichtigung des Kontrahenten. Häufig wird diese Geste gegenüber ranghöhreren Artgenossen genutzt, manchmal jedoch ist sie auch dem Halter gewitmet.

Nicken:

Das "Nicken" ist der genaue Gegensatz zu dem oben genannten Winken. Durch schnelles und ruckartiges auf und ab bewegen des Kopfes demonstrieren die Tiere gegenüber rangniedrigeren oder gar schwächeren Tieren ihre Überlegenheit. Auch zu beobachten ist diese Geste bei unten beschriebenen Revierkämpfen.

Revierkampf:

Treffen zwei männliche Tiere in einem Territorium aufeinander gibt es meist nur zwei Möglichkeiten.
Zum einen könnte sich eines der Tiere dem anderen Tier unterwerfen (durch Demutsgesten).
Anderenfalls kommt es zum Kampf. Durch aufstellen des Bartes, dunkel bis fast schwarz färben und abflachen des Körpers wird zunächst versucht, dem Rivalen zu imponieren und diesen zu verängstigen. Die Tiere umkreisen sich seitlich zueinander und versuchen Bisse bei der Gegenseite zu landen, gelingt dies dem stärkeren Tier, lässt es nicht wieder los und versucht sich auf seinen Gegenspieler zu schieben. Das schwächere Tier bleibt nun meist regungslos liegen und wartet darauf die Chance einer Flucht wahrnehmen zu können.

Ablehnungsgesten:

Die am meisten mißverstandene Geste der Bartagame in Gefangenschaft.
Durch schließen der Augen drücken die Tiere ihr Unwohlsein aus. Nimmt man eine Bartagame auf die Hand oder beginnt eventuell sogar damit sie zu streicheln, werden oftmals die Augen geschlossen. Menschen, die sich mit den Tieren nicht auskennen, deuten es meist, als würde es den Tieren gefallen ("schau mal, sie genießt es"). Das ist schlichtweg "falsch"!
Es gibt jedoch auch Situationen, in denen die Tiere ihrem Halter ganz unmißverständlich klar machen was Sache ist. Fühlt sich ein Tier zu sehr in die Enge getrieben, sind Gesten des Revierkampfes wiedererkennbar. Der Bart wird aufgestellt, der Körper abgeflacht und dunkel gefärbt. Zudem kann es sein das die Bartagame ihr Maul öffnet oder in extremst Situationen sogar ein Fauchen zu vernehmen ist. Dies singnalisiert eine Beißabsicht zum Zwecke der Verteidigung. Meist jedoch bleibt es bei einem "leeren Versprechen" und der Biss bleibt aus.

Balzverhalten:

Das Verhalten während der Paarungszeit wird von vielen Bartagamenhaltern oftmals Mißverstanden.
Ähnlich wie bei einem Revierkampf beginnt auch ein Liebesakt der Tiere mit einem Nicken und schwarz färben/aufstellen des Bartes des Männchens. Ist das Weibchen noch nicht bereit darauf einzugehen, versucht es das Männchen durch Beschwichtigungsgesten zu besänftigen und dem ganzen somit zu entgehen. Paarungsbereitschaft signalisiert das Weibchen durch absenken des Körpers und eventuellem heben des Schwanzes. In diesem Fall setzt das Männchen zum sogenannten "Paarungsbiss" an, schiebt seinen Schwanz unter den des Weibchens und versucht einen seiner zwei Hemipenisse in die Kloake einzuführen. Die Dauer des Paarungsaktes dauert meist nicht länger als 1-2 Minuten.

Nachtruhe:

Zum Schlafen suchen Bartagamen meist ungestörtere Bereiche auf. Oft werden kleinere Mulden in den Sand gegraben, auf Ästen oder gar im hängen an der Senkrechten Rückwand übernachtet.

Hervordrücken der Augen:

Das für den Halter eher erschreckende Bild von herausgedrückten Augen ist meist ein ganz einfacher Routineakt des Tieres während der Häutung. Es dient dazu Hautreste um die Augenpartie herum durch überspannen dieser zu entfernen.
Sollte man dieses Verhalten jedoch gehäuft auch zwischen den Häutungen beobachten können, wird hiermit ausdrücklich geraten einen reptilienkundigen Tierarzt aufzusuchen.

Kontakt     Impressum     Haftung